In Anbetracht der Eigenschaften des Fundplatzes und insbesondere der mehrere Dutzend Gebäude in Verbindung mit sogenannten „Hausgruben“ erscheint die Deutung von Mairy als Siedlungsplatz auf den ersten Blick selbstverständlich. Die allgemeine Beschaffenheit des Platzes und eine kurze Analyse der „Speichergruben“ und deren Inhalt lassen jedoch Zweifel an dieser Interpretation aufkommen. In der Tat wurde deren Deutung als Vorratsgruben, die nach ihrer Aufgabe als Abfallgruben benutzt worden wären, schließlich verworfen. Die Analyse der Keramik aus den Gruben erlaubt es, zunächst eine Periodisierung in drei Phasen vorzuschlagen, doch sie zeigt auch, dass hier während der gesamten Besiedlung zwei Keramiktraditionen nebeneinander bestanden haben. Die erste weist auf einen nördlichen Kulturkreis: zunächst ist der Einfluss einer frühen Phase der Michelsberger Kultur des Typs Mayen, dann der Einfluss der belgischen Form der Michelsberger Kultur erkennbar. Die zweite Tradition ist eindeutig westlichen Ursprungs, anfänglich steht sie dem Menneville und den frühen Phasen von Boury-en-Vexin nahe, anschließend scheint sie dem Einfluss der südlichen rheinischen Michelsberger Kultur ausgesetzt gewesen zu sein, ohne dass ihre westlichen Wurzeln, die sich in einer allgemeinen morphologischen Verwandtschaft mit der Noyen-Gruppe ausdrückt, infrage gestellt würden. Die Speichergruben und deren Inhalt legen nahe, dass an dem Ort „Zeremonien“ vollzogen wurden. Zudem weist die Präsenz von zwei kulturellen Gruppen auf die überregionale Bedeutung dieser Stätte als Versammlungsort zwei kulturell unterschiedlicher Gemeinschaften.

Traduction : Isa odenhardt-donvez (donvezservit@wanadoo.fr).