Der kürzlich in der Haute-Normandie an der Seine im Steinbruch Lafarge-Granulat ergrabene Fundplatz „La Garenne“ (Departement Eure) wurde in das Jung-Endneolithikum datiert. Er bereichert unsere Kenntnis der Siedlungsweise und der damit verbundenen Tätigkeiten dieser Periode, für die die Daten in der Region noch sehr dürftig sind. 2008 wurden zwei Sektoren mit einer Gesamtfläche von 1882 m2 freigelegt insbesondere ein Ensemble von acht gut erhaltenen Feuerstellen mit Steinen, an den Erhitzungsspuren erkennbar waren, sechs dieser Stellen waren offensichtlich paarweise angeordnet. Das Steinmaterial und die Keramik im Bereich der Feuerstellen sowie eine Reihe von Thermolumineszens-Datierungen der sandigen Ablagerungen aus den Feuerstellen haben es ermöglicht diesen Platz in das 3. Jt. v. Chr. zu datieren (mittleres TL-Datum: 2500 Jahre). Einige Indizien der Steinwerkzeuge und der Keramik legen eher ein älteres Datum für die Besiedlung nahe oder sie weisen zumindest auf einige chronologische und/oder kulturelle Ungereimtheiten mit der Gord-Gruppe und Bettencourt-Saint-Ouen, deren Referenzfundplatz in der Picardie. Die Analysen der paarweise angeordneten Feuerstellen (petrographische und biochemische Analysen sowie Analyse der Phytolithen) neigen dazu zu bestätigen, dass diese in der Tat paarweise angeordnet waren und gemeinsam funktionierten. Diese Analysen liefern darüber hinaus interessante Informationen zu dem verwendeten Brennmaterial und der Rolle dieser Feuerstellen bei der Zubereitung der Nahrung. Eine vollständige Klärung der Fragen steht indessen noch aus. Das Räuchern ist eine der Hypothesen, die jedoch noch anhand ergänzender Analysen und vergleichender ethnographischer und experimenteller Analysen überprüft werden muss.

Traduction : Isa odenhardt-donvez (donvezservit@wanadoo.fr).